Nachbericht Antira Freiraumdemo 10.10.15

Am Samstag den 10.10.2015 nahmen über 200 Menschen an unserer antirassistischen Freiraumdemonstration für die Erschaffung eines autonomen Refugee Welcome Centers in Essen teil. Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz, mit Redebeiträgen in verschiedenen Sprachen und Live-Punk von den „Frostitudes“, zog die Demonstration in den wohlhabenden essener Süden, um deutlich zu machen, dass in unserer Stadt genug Reichtum vorhanden ist, um Leute aus aller Welt menschenwürdig unterzubringen und darüber hinaus Freiräume und ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Bereits auf den ersten Paar hundert Metern konnten die Firmensitze von Evonik, RWE und Ferrostaal bestaunt und thematisiert werden. Drei Konzerne, die in einer Pleite gegangenen Ruhrgebietsstadt im Geld schwimmen und ihre Profite in der Energie- und Rüstungsbranche machen, während Klimawandel und Krieg das Leben in weiten Teilen der Welt verunmöglichen.
Bei einer Zwischenkundgebung vor der Zentrale von European Homecare wurde noch einmal auf die Folterskandale dieses Unternehmens eingegangen, welches mit der Entrechtung von Geflüchteten sein Geld verdient und von der Stadt Essen mit dicken Aufträgen für das Betreiben von Zeltlagern belohnt wird. Anschließend ging es mit klassenkämpferischen Parolen durch das essener Villenviertel Bredeney, in welchem die örtliche FDP zuletzt durch rassistische Äußerungen ihres Ratsherren Hellmann für einiges Aufsehen gesorgt hatte.
Die Abschlusskundgebung fand vor den Toren der Villa Hügel statt, Privatwohnsitz von Kriegsverbrecher und Rüstungsunternehmer Krupp, dessen leerstehende Immobilie an der Frohnhauser Straße 95 wir für das angedachte Refugee Welcome Center enteignen wollen. Das Museum in der Villa Hügel sowie das umliegende Parkgelände, welche ansonsten für 5€ Eintritt zugänglich sind, waren an diesem Tag extra für unsere Demonstration geschlossen geblieben und durch Polizei und Sicherheitsdienst abgesichert. So ließen wir unsere Veranstaltung in den letzten Sonnenstrahlen eines schönen Herbsttages vor verschlossener Tür mit Picknick und Musik ausklingen.
Besonders gefreut hat uns die große Teilnahme von Menschen, die in unserer Stadt in Zeltlagern isoliert werden. Hier konnte viel Austausch und Kontakt hergestellt werden auch im Hinblick auf weitere Organisierung. Zwar scheinen es uns die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse gerade nicht zu ermöglichen unser Vorhaben in der gewünschten Immobilie umzusetzen. Es konnte jedoch ein Fokus darauf gerichtet werden, wo sich auch in einer „klammen Kommune“ der Reichtum offensichtlich versteckt und gegen wen sich die kommenden Verteilungskämpfe richten sollten.

Foto: danny.marx
Mehr Fotos von der Demo: https://www.flickr.com/photos/124214337@N08/21887778279/in/album-72157659619992036/

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