Picknick mit Fähnchen – Polizei greift hart durch! #RÄPUBLIK

Am vergangenen Sonntag (19. Okt.) nutzten sowohl die Bürgerinitiative Bärendelle (BIB) als auch die Kampagne AFFE das Eröffnungsfest der neuen Straßenbahnstrecke 109 am Berthold-Beitz-Boulevard um bei gutem Wetter und vielen Besucher*Innen (incl. Bürgermeister Paß) auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Während die BIB mit T-Shirts und Hochtransparent in der Menschenmenge deutlich machte, dass sich der Bürgermeister im Essener Westen nicht mehr blicken lassen kann, ohne mit der Forderung nach Freiräumen konfrontiert zu werden, erklommen 2 Affen an prominenter Stelle zunächst eine Mauer um während Paß´ Rede ihr Transparent zu präsentieren (BEITZ-BLVD. STOPPEN! KEIN 3. BAUABSCHNITT! KULTUR STATT ASPHALT!) und dabei eine rote Affen-Fahne zu schwenken.

Dieser Protest richtet sich gegen die Pläne von Stadt und Krupp, diese ohnehin wenig gebrauchte Straße, um ein noch überflüssigeres Teilstück zu verlängern. Unter immensem Kostenaufwand würde dann genau die Fläche platt gemacht, die Besetzer*innen in diesem Sommer unter dem Namen “R.Ä.P.U.B.L.I.K.” für eine kulturelle Nutzung auserkoren hatten. Ein toller Ort mit vielen brauchbaren Gebäuden und Möglichkeiten wäre dann für immer unter dem “Blinddarm der Boulevards” begraben.

Nach kurzer Zeit setzte der für die Veranstaltung zuständige Sicherheitsdienst sein Hausrecht durch und verwies die beiden Protestierenden aus dem abgesperrten Bereich. Diese zogen sich daraufhin auf den nahe liegenden Hügel des ehemals besetzten Kruppgeländes zurück, befestigten dort Banner und Fahne (von außen) am Zaun, legten sich in die Sonne und bekamen Besuch von einer weiteren Person zum Picknick zu dritt.

Damit war jedoch der Toleranzrahmen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung deutlich überschritten! Die herbei eifernde Polizei nahm zunächst Personalien auf, “ermittelte” für etwa 15 Minuten und stellte anschließend ohne weitere Diskussion Platzverweise sowie Anzeigen wegen “Durchführung einer unangemeldeten Versammlung” gegen die drei “Versammlungsteilnehmer*innen” aus. Außerdem ein Verfahren wegen “Verdacht auf Sachbeschädigung”, weil die mitgeführte schwarze Farbdose zur Beschriftung des Transparentes eventuell das Tatwerkzeug für ein ebenfalls schwarzes Graffiti an der Mauer auf dem Veranstaltungsgelände sein sollte. Wie und warum dieses etwa 6qm große Graffiti in mehreren Metern höhe während der Veranstaltung mit hunderten Besuchern und Sicherheitsdiest entstanden sein sollte blieb dabei das Geheimnis der Ermittler.

Trotz eigentlich besseren Wissens wurde mensch so mal wieder vom peinlichen Demokratieverständnis der Polizei überrascht. Hinter der offensichtlichen Lächerlichkeit lässt sich aber leider die zunehmende Repression erkennen, mit Hilfe von zurechtgebogenen Gesetzen jegliche Kritik an den herrschenden Verhältnissen im Keim zu ersticken.

blvd

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Eine Antwort auf Picknick mit Fähnchen – Polizei greift hart durch! #RÄPUBLIK

  1. verwirrterBürger sagt:

    Ihr schreibt hier, dass Ihr eure Anliegen vorgebracht habt. Ich dachte, die Kampagne-Affe berichtet lediglich über Aktionen? Ich bin verwirrt. Also habt ihr dann auch die Besetzung gemacht? Wann ist denn eure nächste Aktion?

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