SoliErklärung von A.L.LE

Solierklärung von A.L.L.E. (Antifa aus Liebe zum Leben)

Die Stadt ist Pleite? Dann holen wir es uns von den Reichen!

Die Stadt Essen, traditionsreicher Standort vieler großer Konzerne ist angeblich nicht in der Lage, das öffentliche Eigentum ihrer Bürger*innen, ihre Jugend- und Kultureinrichtungen und denkmalgeschützten Gebäude zu erhalten. Anstatt zumindest das kreative Potenzial und Engagement der Einwohner*innen für eine Belebung der Stadt zu nutzen und damit Leerstände zu erhalten und Quartiere lebenswerter zu gestalten, wie es in anderen Städten erfolgreich vorgemacht wird, setzen die Verantwortlichen auch hier auf Konzepte von Oben, Ordnungspolitik, Ignoranz und Verfall.
Aus diesen Gründen halten wir es für richtig nun zusätzlich auch das Eigentum in die Pflicht zu nehmen, welches sich nicht in öffentlicher Hand befindet und uns die Stadt von denen zurückzuholen, die sie nur aus Reichtum besitzen. Zum Beispiel dem (Thyssen-)Krupp-Konzern, dem gefühlt halb Essen gehört und dessen Geschichte eng mit der Entstehung und der Zerstörung unserer Stadt verbunden ist. Über 200 Jahre Profite mit Ausbeutung, Rüstung und Kriegsverbrechen – da ist Euer Eigentum bei uns besser aufgehoben! Die blutige Geschichte von Thyssen und Krupp durch zwei Weltkriege, ihr mächtiger Einsatz für Nationalismus, Faschismus, und Krieg, inklusive Plünderung der besetzten Gebiete, Zwangsarbeit und Menschenvernichtung ist an anderer Stelle bereits ordentlich dokumentiert. KZ-Häftlinge aus Auschwitz und Buchenwald mussten für Krupps Profite ihr Leben lassen und auch in Essen gab es Arbeitslager für etwa 15000 Kriegsgefangene und „Fremdarbeiter“. Zwar wurde Alfried Krupp von Bohlen und Halbach im Nürnberger Prozess 1947 als Kriegsverbrecher verurteilt, im Zuge des Kalten Krieges gegen den Kommunismus jedoch nach nur 30 Monaten wieder entlassen. Während die Stadt Essen aufgrund seiner Rüstungsfabriken nach dem Krieg in Schutt und Asche lag, bekam Krupp nach seiner Entlassung sein ganzes Vermögen zurück.

Das finden wir nicht in Ordnung! Deshalb unterstützen wir als ersten Schritt die Besetzung des leerstehenden Krupp-Geländes im Essener Westen durch die Bevölkerung der Stadt, die es gut gebrauchen kann. Wir fordern außerdem die Übereignung von entsprechendem Kapital (z.B. von der Krupp-Stiftung) um das Gelände für soziale und künstlerische Zwecke nutzbar zu machen. Nicht zuletzt möchten wir dort die Errichtung einer Gedenkstätte anregen, für die von Krupp ausgebeuteten und ermordeten Zwangsarbeiter*innen sowie für die Arbeiter*innen, die sich in den Märzaufständen 1920 noch versucht haben dem nationalen Wahn entgegenzustellen.

A.L.L.E.
(Antifa aus Liebe zum Leben )

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